Das Universum spricht zu uns
Vielleicht klingt dieser Gedanke zunächst fremd.
Vielleicht liest du diese Zeilen und spürst einen leichten Widerstand.
Oder Neugier.
Oder ein stilles Wiedererkennen.
Ich möchte heute eine Erfahrung teilen, die aus schamanischer Sicht nichts Abgehobenes ist, sondern etwas sehr Altes:
Das Universum spricht ständig mit uns.
Nur nicht in Worten.
Die Stille ist keine Leere
Viele Menschen warten darauf, dass das Leben ihnen klare Antworten gibt.
Sie bitten um Zeichen.
Sie hoffen auf eine Stimme, einen Hinweis, eine Richtung.
Und wenn nichts kommt, entsteht Frustration.
Das Gefühl, allein zu sein.
Nicht gehört zu werden.
Doch aus schamanischer Perspektive ist das Universum nicht still, weil es nichts zu sagen hätte.
Es ist still, weil seine Sprache größer ist als Worte.
Die Stille ist keine Abwesenheit.
Sie ist ein Raum.
Warum Worte nicht ausreichen
Worte sind ein menschliches Werkzeug.
Sie helfen uns zu ordnen, zu erklären, zu strukturieren.
Doch sie haben Grenzen.
Schon alte Weisheitslehren wussten:
Das Wesentliche lässt sich nicht sagen – es lässt sich nur erfahren.
Das Universum passt nicht in Grammatik.
Nicht in Konzepte.
Nicht in Logik.
Deshalb spricht es nicht „geh nach links“ oder „triff diese Entscheidung“.
Es spricht durch Empfindung.
Der Körper als Übersetzer
Schamanisch betrachtet ist der Körper das erste Sprachorgan der Seele.
Lange bevor wir denken, spüren wir.
Ein Ziehen im Bauch.
Eine Enge im Brustraum.
Unruhe ohne klaren Grund.
Oder ein plötzliches Gefühl von Weite und Frieden.
Das sind keine Zufälle.
Das sind Antworten.
Wenn du gegen deinen inneren Weg gehst, meldet sich der Körper.
Nicht als Strafe, sondern als Hinweis.
Das Universum sagt dir nicht:
„Bleib stehen.“
Es zeigt dir Erschöpfung.
Es sagt dir nicht:
„Du lebst an dir vorbei.“
Es zeigt dir innere Leere.
Schamanische Sicht: Alles ist Beziehung
Im Schamanismus existiert nichts isoliert.
Alles steht in Beziehung:
Körper, Emotion, Geist, Natur, Seele.
Wenn etwas aus dem Gleichgewicht gerät, zeigt sich das nicht sofort im Denken, sondern im Fühlen.
Viele Menschen versuchen, diese Signale zu übergehen.
Sie funktionieren weiter.
Sie erklären sich ihre Symptome rational.
Doch das Universum wird geduldiger, nicht leiser.
Wenn das Schweigen lauter wird
Manchmal wird das innere Unwohlsein stärker.
Nicht, um zu bestrafen.
Sondern um gehört zu werden.
Schamanisch gesprochen:
Die Seele hebt ihre Stimme.
Das Schweigen wird dann spürbar als Druck, Angst oder Rastlosigkeit.
Nicht weil etwas „falsch“ ist,
sondern weil etwas nicht mehr stimmig ist.
Wieder lernen zu lauschen
Schamanische Arbeit bedeutet nicht, neue Antworten zu finden.
Sondern alte Fähigkeiten zu erinnern.
Zu lauschen.
Zu spüren.
Zu unterscheiden, was aus Angst kommt – und was aus Wahrheit.
Das Universum verlangt keinen Gehorsam.
Es lädt ein.
Es zwingt dich nicht durch Worte.
Es führt dich durch Erfahrung.
Die Einladung
Vielleicht ist es kein Zufall, dass du diesen Text liest.
Vielleicht ist es ein stiller Moment, in dem etwas in dir zuhört.
Nicht mit dem Verstand.
Sondern mit dem Körper.
Mit der Seele.
Und vielleicht ist genau das die Botschaft:
Du wirst bereits geführt.
Du musst nur wieder lernen, zu hören.
Herzlich,
Martín Polo
