Den Geist zähmen – Der zweite Schritt auf dem toltekischen Weg zur inneren Freiheit
Aus Sicht der toltekischen Weisheit kommen wir als freie, bewusste und liebende Wesen auf die Welt. Doch mit der Zeit beginnen wir, die Ängste, Bewertungen und Glaubenssätze unserer Umgebung zu übernehmen – von Eltern, Lehrern, Gesellschaft und Kultur. Dieser Prozess wird als „Domestizierung des Geistes“ bezeichnet. So wie ein Tier erzogen wird, damit es gehorcht, lernen auch wir, uns anzupassen – oft auf Kosten unserer inneren Wahrheit.
Was bedeutet es, den Geist zu zähmen?
Viele unserer Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster entstehen nicht aus unserem wahren Selbst, sondern aus alten inneren Programmen. Unsere innere Stimme – der sogenannte innere Kritiker – beurteilt uns, schürt Zweifel, Ängste oder Erwartungen. Diese Stimme kann sehr subtil, aber auch sehr dominant sein – und sie beeinflusst unser ganzes Leben.
Toltekische Weisheit lädt uns ein, diese Stimmen zu erkennen, ohne uns mit ihnen zu identifizieren.
Wie beginnt der Weg zur inneren Freiheit?
- Beobachten statt bewerten
Der erste Schritt besteht darin, die Gedanken achtsam zu beobachten, ohne sie zu bewerten. Welche Gedanken tauchen auf, wenn du einen Fehler machst? Welche inneren Sätze wiederholen sich? - Glaubenssätze erkennen
Oft leben wir nach inneren Überzeugungen wie „Ich bin nicht gut genug“, „Ich muss leisten, um geliebt zu werden“ oder „Ich darf keine Schwäche zeigen“. Diese tief verankerten Glaubenssätze stammen selten aus unserem wahren Selbst. - Neue innere Vereinbarungen treffen
In der toltekischen Tradition geht es darum, neue, heilsame innere Abkommen mit sich selbst zu schließen – basierend auf Selbstmitgefühl, Wahrhaftigkeit und innerer Freiheit. Dieser Prozess ist kein einmaliger Entschluss, sondern ein Weg der täglichen Achtsamkeit. - Präsenz üben
Nur wenn wir ganz im Hier und Jetzt sind, können wir erkennen, was in unserem Inneren wirklich geschieht. Achtsamkeitsübungen, Meditation oder bewusste Atemarbeit können helfen, in Kontakt mit dem gegenwärtigen Moment zu kommen.
Heilung beginnt mit Bewusstsein
Den Geist zu zähmen bedeutet nicht, ihn zu kontrollieren oder zum Schweigen zu bringen. Es bedeutet, sich von alten Mustern zu lösen – Schritt für Schritt, mit Geduld und Mitgefühl. Wenn wir aufhören, alles zu glauben, was unser innerer Kritiker sagt, entsteht Raum: für Freiheit, für neue Perspektiven und für tiefen inneren Frieden.
Die toltekische Tradition erinnert uns daran:
„Wahre Weisheit entsteht, wenn wir mit dem Herzen sehen – und nicht nur mit den Augen der Vergangenheit.“
