El instante SANTO
In vielen Beziehungen verläuft ein Streit immer nach demselben Muster:
Einer greift an. Der andere verteidigt sich.
Die Stimmen werden lauter. Alte Vorwürfe tauchen auf.
Was als kleines Missverständnis beginnt, endet oft in emotionaler Distanz.
Als Dipl.-Sozialpädagoge und Paartherapeut begleite ich seit vielen Jahren Paare in München, auf Mallorca und online. In meiner Arbeit verbinde ich klassische Paartherapie mit innerer-Kind-Arbeit und den Prinzipien aus Ein Kurs in Wundern. Dabei zeigt sich immer wieder: Konflikte entstehen selten durch das aktuelle Thema – sondern durch alte Verletzungen, die im Moment aktiviert werden.
Doch was wäre, wenn es eine einfache Struktur gäbe, um diesen Kreislauf bewusst zu unterbrechen?
In meiner therapeutischen Arbeit nutze ich ein Konzept, das aus Ein Kurs in Wundern inspiriert ist: den sogenannten Heiligen Augenblick.
Er ist kein spirituelles Ritual – sondern eine bewusste Unterbrechung des Ego-Modus.
Warum Streit eskaliert
Die meisten Konflikte entstehen nicht durch das aktuelle Thema.
Sie entstehen durch:
- alte Verletzungen
- Angst, nicht gesehen zu werden
- Angst, nicht wichtig zu sein
- Angst, nicht genug zu sein
Das Ego will Recht behalten. Doch Beziehungen brauchen nicht Recht – sie brauchen Verbindung.
Die 4 Schritte, um Streit zu stoppen
1. Zeit anhalten
Vereinbaren Sie ein Stoppwort, z. B. Heiliger Augenblick
.
Sobald es ausgesprochen wird:
- Niemand redet weiter.
- Niemand verteidigt sich.
- Beide atmen fünfmal bewusst tief ein und aus.
Ziel: Aus dem Autopiloten aussteigen.
2. Das Ego erkennen
Fragen Sie sich innerlich:
- Was versuche ich gerade zu beweisen?
- Was verteidige ich?
- Welche Angst steckt hinter meiner Reaktion?
Oft zeigt sich hinter Wut eine tiefe Verletzlichkeit.
Zum Beispiel: Ich habe Angst, nicht wichtig zu sein.
3. Die Perspektive verändern
Wiederholen Sie innerlich:
Ich möchte das anders sehen.
Frieden ist mir wichtiger als Recht zu haben.
Hier geschieht der entscheidende Wandel: Nicht die Situation ändert sich – sondern Ihre Wahrnehmung.
4. Aus Verletzlichkeit sprechen
Verwenden Sie folgende Struktur:
Wenn ___ passiert, fühle ich ___, weil ich Angst habe ___.
Beispiel:
Statt: Du denkst nie an mich.
Besser: Wenn du zu spät kommst, fühle ich Traurigkeit, weil ich Angst habe, dir nicht wichtig zu sein.
Diese Form öffnet Raum für Verständnis statt Verteidigung.
Was im Heiligen Augenblick wirklich passiert
Im Kern geschieht Folgendes:
- Der Partner wird nicht mehr als Gegner gesehen.
- Alte Projektionen werden unterbrochen.
- Die Vergangenheit verliert ihre Macht.
Der Konflikt wird zum Spiegel – nicht zur Bedrohung.
Für wen ist diese Übung geeignet?
- Paare mit wiederkehrenden Streitmustern
- Paare in emotionaler Distanz
- Menschen mit Bindungsverletzungen
- Partner, die bewusst an ihrer Beziehung arbeiten möchten
Diese Methode ersetzt keine Therapie, kann aber ein kraftvoller Einstieg sein.
Fazit: Verbindung ist wichtiger als Recht
Jede Beziehung kennt Konflikte.
Doch entscheidend ist nicht, wer Recht hat – sondern ob es gelingt, in Verbindung zu bleiben.
Der Heilige Augenblick ist keine Technik, um zu gewinnen.
Er ist eine Einladung, gemeinsam zu wachsen.
Und manchmal beginnt Heilung genau in dem Moment, in dem beide sagen:
Unsere Beziehung ist wichtiger als dieser Streit.
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